Rand
Home
Banner
Banner
Wir über unsPresseSpendenKontaktInternVeranstaltungenLinks

   
Altenhilfe/Senioren
Kinder, Jugend, Familie
Kindertageseinrichtungen
Hilfe für Menschen mit psychischen Erkrankungen
Hilfen für Menschen mit Migrationshintergrund
Epilepsie
Soziale Integration
Berufliche Bildung
Aus-, Fort- und Weiterbildung ...zur Internetseite der Herzogsägmühle, dem Diakoniedorf im oberbayerischen Pfaffenwinkel
Aktuelles Bilder Report Karl-Buchrucker-Preis
Wort zum Tag
Mitarbeits-Börse
  Sie wollen mitarbeiten?
 
Freie Plätze
  Suchen Sie einen Platz für
 
...zum Spendenformular

Herausragendes in der medialen Landkarte geehrt

26. März 2007
Klaus-Dieter Kottnik, Präsident des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), hat an die Medien appelliert, ihren Blick nicht voyeuristisch auf die Menschen zu richten, sondern ihnen ihre Würde zu lassen.

Bei der Berichterstattung über soziale Themen gelte es vielmehr, "Lust auf Engagement zu wecken anstelle Resignation und Hilflosigkeit", forderte der ranghöchste Repräsentant der Diakonie in Deutschland in seinem Festvortrag bei der Verleihung des Karl-Buchrucker-Preises der Inneren Mission in München.
Zweifelsfrei dürften und müssten untragbare Zustände von den Medien skandalisiert werden, betonte Kottnik. Man müsse aber fragen, inwieweit dies "eine Situation wieder in Fluss bringt oder einen Zustand verfestigt und ihn somit seiner Bearbeitung entzieht". Kottnik wörtlich: "Dient all das Geschreibe, Gefilme, Gerede oder Geklapper auf der Tastatur dazu, die Leute einzulullen und von den wesentlichen Fragestellungen abzulenken oder schaffen es die Bilder und Texte, Wege zu öffnen und Phantasie freizusetzen?"
Den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Inneren Mission für das Jahr 2006 hat die Wirtschaftsjournalistin Elisabeth Dostert für ihr Portrait "Der Durchboxer" erhalten. Die Jury würdigte den in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Beitrag der 44-jährigen Journalistin als einen Text, "der nachdenklich und zugleich Mut macht".
Die Autorin beschreibt einen Schreinermeister, der sich um gewaltauffällige junge Männer kümmert. Dostert gelinge es in dem Beitrag, so Laudatorin Marion Glück-Levi vom Bayerischen Rundfunk, "sachlich und unaufgeregt" einen Unternehmer zu portraitieren, der sich mit seiner ganzen Person "körperlich, mental und emotional" engagiert. Ohne Betroffenheitsfloskeln und überflüssiges Pathos sei so das facettenreiche Bild eines Menschen entstanden, der Erfolg und soziale Verantwortung verbinde.
Man spüre, dass es der Autorin "auch aus eigener Überzeugung darum geht, klar zu machen, dass heutiges Unternehmertum nicht nur von Heuschrecken und Finanzinvestoren, von eiskalten Managern mit zweistelligen Millionengehältern, von Gewinnmaximierung und Shareholder-Value, von Massenentlassungen und Schmiergeldzahlungen geprägt wird."
Ein weiterer Preis geht an den Fernsehjournalisten Ralph Gladitz für seine Reportage "Wenn Elefant und Löwe den Bolero tanzen". Der im Bayerischen Fernsehen gezeigte Film schildert die musikalische Zusammenarbeit des Münchner Kammerorchesters unter seinem Leiter Alexander Liebreich mit dem Verein "Down-Kind" und dokumentiert den Weg von den ersten Proben bis hin zur furiosen Aufführung im Münchner Prinzregententheater.
Laudator Martin Bogdahn, früherer Regionalbischof des Münchner Kirchenkreises und ehemaliges Rundfunkratsmitglied, bezeichnete den Film als einen "Volltreffer", bei dem der Funke der Begeisterung gleichsam auf Konzertbesucher und Fernsehzuschauer überspringe. In dem Stück sei "weder Mitleid noch Herablassung" zu spüren; Menschen mit und ohne Behinderung begegneten sich "auf Augenhöhe", Musik werde zum verbindenden und heilenden Medium.
Der Filmemacher habe die Zusammenarbeit zwischen Musikern und Jugendlichen "sehr gefühlvoll begleitet und aufgezeichnet". Die Botschaft des preisgekrönten Films sei zudem auch "ein Politikum", da Musik als offizielles Schulfach derzeit zusehends zurückgedrängt werde, wie der Laudator anmerkte.
Ausdrücklich lobte Bogdahn die Redaktion Kulturpolitik beim Bayerischen Rundfunk, sich dieser künstlerisch-sozialen Thematik angenommen zu haben. Es mache die Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus, "solche differenzierten und mit genügend Sendezeit ausgestatteten Fernsehfilme auch in Zukunft zu produzieren und zu senden – ohne Rücksicht auf die Einschaltquote".
Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Hörfunkjournalistin Beate Schäfer für ihre Radio-Reportage "Unser Leben mit Markus", die das Leben einer Pflegefamilie schildert, die zu ihren fünf eigenen Kindern noch ein schwerbehindertes Baby aufnimmt. Die Autorin lasse alle Beteiligten "mit feinem Gefühl" zu Wort kommen, betonte Laudator Jürgen Schleifer, Redaktionsleiter Gespräche beim Bayerischen Fernsehen: "Der Hörer sitzt mit am Küchentisch – mittendrin im Familienleben."
Die Autorin gebe einen "leisen Takt vor" und verknüpfe sensibel die einzelnen Beiträge, bis zuletzt "ein Teppich an Eindrücken entsteht". Mit ihrer dezenten, klaren Arbeitsweise und "mit Respekt vor den Menschen und ihren Entscheidungen" schaffe es die Journalistin, die Hörer in die bewegende Geschichte einzubinden. Beide Preise sind mit je 3.000 Euro dotiert.
Der Geschäftsführer der Inneren Mission München, Günther Bauer, sagte, dass in den mit dem Karl-Buchrucker-Preis geehrten Beiträgen "Welten miteinander in Verbindung gebracht, Brücken gebaut oder Grenzen übersprungen" würden. Die dabei entstehenden Probleme würden zudem nicht verschwiegen; die Journalisten machten vielmehr Mut, "Wagnisse einzugehen, eingefahrene Denk- und Lebensstrukturen zu überwinden und das Leben so anzunehmen, wie es ist". Sie hätten damit "herausragende Zeichen in der medialen Landkarte" gesetzt und seien auch "als angewandtes Evangelium" zu verstehen.
Angesichts der preisgekrönten Beiträge sei jedoch "eine pauschale, bedenkenlose Medienkritik nicht angebracht", so Bauer. Es gebe in den Redaktionen durchaus soziale Verantwortung; diese wolle der Preis stärken – nicht zuletzt auch angesichts der "immergleichen seichten Suppe über angebliche Superstars oder Top-Models".
52 Beiträge seien in diesem Jahr für den Preis eingereicht worden; aus dem Bereich der Privatsender sei bezeichnenderweise kein einziger darunter gewesen. Bauer wörtlich: "Herausragenden Journalismus gibt es da offenbar nicht."

Alle Ansprachen der Preisverleihung finden Sie hier.

Der Karl-Buchrucker-Preis wurde dieses Jahr zum siebten Mal vergeben. Ziel ist es, durch die Auszeichnung von Beiträgen, die sich in herausragender Weise mit diakonischen oder sozialen Themen beschäftigen, den Stellenwert sozialer und diakonischer Arbeit in der Öffentlichkeit zu fördern. Schirmherr des Preises ist der vormalige Bundespräsident Roman Herzog; der Preis ist benannt nach dem Gründer der Inneren Mission München.


Freuen sich über den Karl-Buchrucker-Preis (v.l.n.r.): Beate Schäfer, Diakoniepräsident Klaus-Dieter Kottnik, Ralph Gladitz und Elisabeth Dostert.

Freuen sich über den Karl-Buchrucker-Preis (v.l.n.r.): Beate Schäfer, Diakoniepräsident Klaus-Dieter Kottnik, Ralph Gladitz und Elisabeth Dostert.
Ansprechpartner: Dr. Günther Bauer
Tel.: 12 69 91 112

Nachricht verfasst von: Klaus Honigschnabel


Einrichtung: Geschäftsstelle der Inneren Mission München


...zurück

Druckansicht