Die Jury würdigte den in der ARD ausgestrahlten Film der 43-jährigen Journalistin, der sich mit dem würdevollen Tod im Alter befasst, als "modellhafte Auseinandersetzung mit einem Tabu-Thema". Ariela Bogenberger, die nach ihrem Abitur in den USA eine Ausbildung zur Altenpflegerin absolvierte, gelinge es in ihrem Film, "spielerisch und fast zärtlich zu zeigen, wie ein Mensch am Ende seines Lebens die abgerissenen Fäden wieder zusammenbindet und selbstbestimmt sterben kann."
Ein weiterer Preis geht an den Münchner Fotografen Erol Gurian für seine Dokumentation über die "Witwen von Srebrenica". Gurian war auf eigenes Risiko nach Bosnien gefahren und hat die Überlebenden des Massakers von 1995 porträtiert. Die Jury wertete die Arbeit als "Mut machende Signale angesichts einer Tragödie, die Menschen verursacht haben." Erol Gurian habe es geschafft, die vom Krieg gezeichneten Frauen "als starke Personen abzubilden, die sich nach allem Hass wieder für Versöhnung einsetzen."
Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Journalistin Tanja Rest für ihre Reportage "Aufsatz ist leider nicht unsere Stärke" in der Süddeutschen Zeitung. Die Beobachtungen im Deutschunterricht an einer Grundschule in Neuperlach beleuchte "in eindringlicher Weise", so die Jury, dass "Sprache die Keimzelle für gesellschaftliche Integration jenseits aller chauvinistischer Dominanzansprüche" sei. Gleichsam "aus der Schlüsselloch-Perspektive" sei es der Autorin gelungen, sich dem Sprachproblem bei Kindern mit Migrationshintergrund zu nähern. Entstanden sei damit auch ein Beitrag über "Sinn und Funktion von Sprache als Gegenstück zur staatlich verordneten Rechtschreibreform". Beide Preise sind mit je 3.000 Euro dotiert.
Die Preisverleihung findet am 20. März im Literaturhaus München statt. Die Festrede hält Christine Strobl, 2. Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München. Der Karl-Buchrucker-Preis der Inneren Mission wird dieses Jahr zum sechsten Mal vergeben. Ziel des Preises ist es, durch die Auszeichnung von Beiträgen, die sich in herausragender Weise mit diakonischen oder sozialen Themen beschäftigen, den Stellenwert sozialer und diakonischer Arbeit in der Öffentlichkeit zu fördern. Insgesamt gab es dieses Jahr 45 Bewerbungen aus den Bereichen Hörfunk, Fernsehen, Print und – erstmals – auch Fotografie. Schirmherr des Preises ist Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman Herzog.
|
 |

Marias letzte Reise führt sie in ihr geliebtes bayerisches Oberland. Hier schließt sie dann im Kreis der Familie ihr Leben in Frieden ab. Der Film besticht durch einfühlsame Beobachtungen, gelungene Kameraführung und beeindruckende Schauspieler - wie etwa Monica Bleibtreu als 71-jährige Maria.
|