LEBEN BIS ZULETZT
Wir können dem Leben keine Tage hinzufügen - wohl aber den verbleibenden Tagen Leben!
Wer heute in ein Alten- und Pflegeheim einzieht, erwar- tet Lebensqualität
bis zum Schluss. Daher fragen immer mehr Menschen nach unseren Bemühungen
um ihr Wohl und ihre Würde auch in den letzten Tagen und Stunden ihres Lebens.
Wir bemühen uns darum! Einige Beispiele:
Frau M. konnte in Frieden sterben. Als ihr Allgemein- zustand sich verschlechterte,
einigten sich die Tochter, die Pflegekräfte und der Hausarzt auf
lindern- de und beruhigende Maßnahmen. Eine Einweisung ins Kranken- haus
hatte die 91jährige stets abgelehnt. Ihr Wunsch wurde respektiert.
Begleiten heißt Begegnung! Eine Hospizhelferin in Ebenhausen besucht einen Bewohner.
Die Nichte von Frau G. weiß, dass ihre Tante im Pflegeheim wohl
nicht mehr lange klar entscheiden kann. Gemeinsam kamen sie zur Sprechstunde,
in der wir über Vorsorgemöglich- keiten und eine Patientenverfügung
berieten. Dieses Gespräch schuf Sicherheit und Vertrauen.
Herr H. hatte keine näheren Angehörigen. Unser Hospizdienst
am Haus konnte eine erfahrene Hospizhelferin einsetzen, die den alten
Mann bis zuletzt begleitete. In Zusammenarbeit mit den Pflegekräften
erreichten wir, dass Herr H. sich zu keinem Zeitpunkt einsam oder verlassen fühlte.
Herr L. und Frau S. hatten lange im Heim gelebt. Sie starben kurz nacheinander.
Auch nach ihrem Tod blieb Trauer bei den Pflegenden. In einer eigens anberaumten
Feier verabschiedeten sich die Mitarbeiter von diesen beiden Bewohnern.
Es geht um Menschen! Wir bemühen uns um eine Haltung und Fachlichkeit,
die am Bedürfnis der Bewohner und ihrer Familien ebenso orientiert
ist, wie an den Fähigkeiten und Ideen unserer Mitarbeitenden.
„Hilfe im Leben” lautet das Leitmotto der Inneren Mission München.
Dieses Motto schließt eine würdevolle Begleitung am Lebensende
ein. So spiegelt es auch das Leitbild unserer Altenheime. Es ist ein diakonisch-christliches
Motto, welches sich mit der Grundhaltung der Hospizidee deckt. Daher haben
wir unser Projekt an der Hospizarbeit orientiert und nennen es:
„Leben bis zuletzt - Palliativbetreuung in den Alten- und Pflegeheimen
der Inneren Mission München”.
Und das meint Palliativbetreuung:
•
•
•
•
Menschen bis zuletzt in Würde begleiten
Schmerzen und Symptome kompetent behandeln
Sicherheit und Gelassenheit anbieten
Abschied und Trauer gestalten
Kreativ waren die Mitarbeiterinnen des „Lindenhof”.
Für die Betreuung verwirrter alter Menschen wurde ein „Palliativkoffer”
eingerichtet, in der sich vom aromati- schen Duftöl über Kerzen
und Kissen bis zur Musik und zur Bibel alles findet, was zum Wohlgefühl
und zur psychosozialen Umsorgung hilfreich ist.
|
|
| |