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Ev. Alten- und Pflegeheim Leonhard-Henninger-Haus im Westend - Leitbild


LEITBILD

Um eine gleichbleibend gute Versorgung zu sichern, ist es wichtig, dass alle MitarbeiterInnen des Hauses ihre Tätigkeiten mit dem gleichen theoretischen Hintergrundwissen und der gleichen Grundeinstellung zum Pflegeverständnis planen und durchführen. Das Pflegemodell Monika Krohwinkels bildet in unserer Einrichtung die theoretische Basis. Ebenso handlungsleitend sind die Leitbilder der Inneren Mission München und die Pflege- und Behandlungsstandards des Diakonischen Werkes Bayern.

Leitbild des Pflegedienstes der Alten- und Pflegeheime (Auszug)

Das Leitbild des Pflegedienstes nimmt das Leitbild der Inneren Mission "Hilfe im Leben" auf und konzentriert sich auf den Bewohner als Person in seiner Individualität und in seinen sozialen Bezügen, als Mitglied einer Familie und als Mitglied der Gesellschaft.

Die Hauptaufgabe des Pflegedienstes besteht schwerpunktmäßig darin, jeden Bewohner unter Berücksichtigung seiner psychischen, psychosozialen, kulturellen und geistigen Bedürfnisse individuell zu betreuen. Das heißt, die "Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens" (AEDL's) dürfen nicht nur auf ein äußeres Funktionieren reduziert werden. Auch Menschen mit psychischen Problemen und dementiellen Erkrankungen haben ein Recht auf Individualität und Qualität in ihrem Leben.

Wir überprüfen und reflektieren unser Handeln durch eine lebendige, umfassende Kommunikation in unseren Einrichtungen, so dass für unsere Bewohner und die Öffentlichkeit Transparenz entsteht. Unsere Pflegetätigkeit wir durch eine einheitliche Dokumentation, aufbauend auf entsprechende Pflegestandards, die sich an den Standards des Diakonischen Werkes Bayern orientieren, sowie durch betriebliche Ressourcen, unterstützt. Dabei ist es stets Ziel unserer Arbeit, das Pflegeniveau unter Berücksichtigung neuester pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse zu optimieren.

Jeder Heimbewohner hat das Recht mit Respekt und Würde behandelt zu werden, wobei sich unsere Pflege in erster Linie an den Bedürfnissen der Menschen orientiert.

Wir betrachten es als unsere Pflicht, dem Bewohner während des Pflegeprozesses größtmögliches Mitspracherecht zu gewähren. Ein wichtiger Aspekt sind Familienmitglieder, Freunde und Bekannte, die als Bezugspersonen bei den Überlegungen in den Pflegeprozess integriert werden.

Als Geschöpf Gottes hat jeder Mensch eine unverlierbare Würde, die wir achten und pflegen. So schließt die Hilfe im Leben auch die Begleitung im Sterben mit ein. Unsere Professionalität wird durch Fort- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter gewährleistet und gefördert.

Wir unterstützen kreatives Denken und fördern aktive Mitarbeit auf allen Ebenen der Altenpflege. Wir garantieren auch eine freie Meinungsbildung, soweit die evangelische Grundlage der diakonischen Arbeit beachtet wird.

Wir wollen innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen ein angenehmes Arbeitsklima schaffen und beabsichtigen jedem Mitglied die Möglichkeit zu geben, sich im Team verwirklichen zu können, um eine Zufriedenheit in seiner Tätigkeit zu gewährleisten.

Mit unseren qualifizierten und engagierten Mitarbeitern werden wir gemeinsam zum Gelingen dieser verantwortlichen Aufgaben beitragen.

Gerhard Prölß
Abteilungsleiter Altenhilfe

Leitlinien zur Sterbebegleitung im Leonhard-Henninger-Haus

Der sterbende Mensch steht im Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Er bestimmt die Art und Weise der Begleitung. Vorrang hat in der Regel, was die sterbende Person jeweils braucht. Sterbebegleitung verstehen wir zunächst als Lebensbegleitung. Sterben beginnt für uns vor dem akuten körperlichen Sterben.

Deshalb ist es uns wichtig, Wünsche im Vorfeld durch entsprechende Gesprächsangebote zu erkunden und zu dokumentieren. Die Menschen, die in unserem Hause leben, werden mit der Sterbekultur, die im Leonhard-Henninger-Haus gepflegt wird, vertraut gemacht: "Leben bis zuletzt".

Dazu gehören u. a. das Abklären, ob und wie Angehörige bei der Sterbebegleitung mitwirken können und wollen und das Informieren über die Möglichkeiten der Patientenverfügung und Vollmacht, um Vorstellungen abzusichern. Sterben ist und bleibt dabei ein ganz individueller Prozess. Sterbebegleitung lässt sich zeitlich und inhaltlich nicht detailliert im Voraus festlegen, aber es lässt sich ein verlässlicher Rahmen schaffen, der diese Individualität schützt. Die folgenden Leitlinien formulieren wichtige Überzeugungen für die Sterbebegleitung im Leonhard-Henninger-Haus.

Sterbebegleitung - eine Herausforderung für alle Beteiligten

Das Sterben von Menschen führt uns oft an Grenzen - im Team und persönlich. Begleitung bedeutet, uns nicht mit zu idealistischen Vorstellungen zu überfordern (z.B. Vorstellung einer ständigen Betreuung Rund-um-die-Uhr). Sterbebegleitung ist Teamarbeit. Entscheidend ist ein guter Informationsaustausch zwischen den Beteiligten (MitarbeiterInnen, Angehörige, BetreuerInnen, ÄrztInnen).

Wo immer möglich, werden wir flexibel sein und Unterstützung für die Betroffenen und für das Team organisieren (z.B. ehrenamtliche Kräfte, "Springer" im Haus), um die jeweiligen Pflege-Bezugspersonen für die Aufgabe der Begleitung zu entlasten. Die unterschiedlichen persönlichen Beziehungen, die es im Team zum sterbenden Menschen gibt, sollen dabei beachtet und genutzt werden.

Das nahe Sterben von Menschen, die wir pflegen und betreuen, konfrontiert uns als MitarbeiterInnen in der Altenpflege persönlich mit unserer eigenen Endlichkeit und Zerbrechlichkeit. Es eröffnet in ganz besonderer Weise die existentiellen Grundfragen: "Wer bin ich? Wozu lebe ich? Wohin sterbe ich?"

Die jeweils eigenen Antworten (die Grundhaltung) fließen dabei entscheidend ein in das professionelle Handeln. Wir werden entsprechend sensibler auf Sinn- und Identitätsfragen von BewohnerInnen reagieren. Sterbebegleitung bedeutet für uns deshalb, dass wir - ohne Zwang - bereit sind, uns mit dieser Thematik persönlich und im Team immer wieder auseinanderzusetzen. Fortbildungen und Austausch im Team fördern diesen Prozess. Auch in Bewerbungsgesprächen und in der Anleitung neuer MitarbeiterInnen spielen Fragen der Sterbebegleitung eine wichtige Rolle.

Sterbebegleitung - Einbeziehung von Angehörigen

Sterbebegleitung bedeutet für uns, Angehörige besonders einzubeziehen. Bereits im Vorfeld werden über die Möglichkeiten im Leonhard-Henninger-Haus informiert und im akuten Fall unterstützt. (z.B. Übernachtung möglich). Sie sollen sich immer als willkommene Gäste fühlen und als die wichtigen Bezugspersonen. Wir versuchen hier, eine entsprechende Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens zu schaffen.

Wir sehen dabei natürlich auch unsere Grenzen. Der sterbende Mensch steht in einem Beziehungsgeflecht, das möglicherweise Konflikte birgt. In solchen Konfliktfällen können wir nur gelegentlich und begrenzt vermitteln. Wichtig ist uns deshalb bereits im Vorfeld, Zuständigkeiten zu klären (z.B. Betreuungsverfügung, Ansprechpartner innerhalb der Familie), um in Krisenzeiten handlungsfähig im Sinne des Betroffenen zu sein, wenn sich dieser nicht mehr direkt äußern kann.

Sterbebegleitung - Linderung des körperlichen Leids

Körperliches Leid muss so weit wie möglich gelindert werden. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, uns für eine gute schmerztherapeutische Versorgung und eine wirksame Symptomkontrolle einzusetzen (z.B. Atemnot, Krämpfe). Eine gute Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten ist dabei besonders wichtig. Für absehbare Krisen soll möglichst frühzeitig vorgesorgt und entsprechende Absprachen getroffen werden.

 
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