AKTUELLES
Kirche und Diakonie arbeiten gut zusammen
Das Gewirr von 35 Kinderstimmen liegt in der Luft: So viele Mädchen und
Buben haben sich mit ihren Erzieherinnen in der Turnhalle der Kindertagesstätte
im Arnulfpark versammelt, um eine Andacht zu feiern. So wie jeden Montag um 9.15 Uhr.
„Herr Weigelt soll neben mir sitzen”, ist immer wieder von verschiedenen
Kindern zu hören. Herr Weigelt, das ist Dekan Andreas Weigelt von der
Christuskirchengemeinde in Neuhausen. Im vergangenen September hat die Innere Mission
München die Trägerschaft der Kindertagesstätte von der Kirchengemeinde
übernommen und führt sie seither in Betriebsträgerschaft für die
Landeshauptstadt München.
„Ich komme ausgesprochen gern zu den Andachten”, sagt Andreas Weigelt.
„Erzählst Du heute wieder von Jesus?” Mit dieser Frage empfangen ihn die
Kleinen häufig bei seinen Besuchen. Er ist immer wieder fasziniert,
„wie viel bei den Kindern hängenbleibt”.
Zur Begrüßung stimmt er „Dank für die Sonne” an; er begleitet
das Lied mit der Gitarre, die Kinder singen mit. Dann erzählt er eine Geschichte.
„Die habe ich mir nicht selbst ausgedacht”, sagt er den Mädchen und
Buben, die seiner Erzählung andächtig lauschen. „Das ist eine Geschichte,
die Jesus erzählt hat.”
Andacht und Alltag
Geschichten von Jesus stehen bei den Kindern hoch im Kurs. Manche
können sich noch ganz genau erinnern, was der Pfarrer bei der vorherigen
Andacht über den barmherzigen Samariter erzählt hat. Und sie machen sich so
ihre Gedanken zu der Frage, wer ihr Nächster ist: „Vielleicht Deine
Schwester oder Dein Freund?” schlägt Andreas Weigelt vor.
„Die Geschichten sprechen das an, was die Kinder beschäftigt”,
sagt Kita-Leiterin Claudia Bischof. Viele Inhalte, die sie und ihre Kolleginnen
den Kindern im Alltag vermitteln, bringt ihnen die Andacht auf einer anderen Ebene nahe.
Manche Geschichten wirken bei den Mädchen und Buben nach: „Nach
den Josefsgeschichten haben manche Kinder Bilder gemalt”, erzählt
Claudia Bischof. Auch die nicht getauften oder muslimischen Kinder sind bei der
Andacht begeistert dabei. „Manche besuchen mit ihrer Familie sonntags auch
den Gottesdienst”, sagt Monika Baron, die gemeinsam mit Claudia Bischof
die Kindertagesstätte leitet.
Unsicherheiten eingestehen
Andreas Weigelt begleitet das Team der Kindertagesstätte bei
religionspädagogischen Fragen. Künftig möchte er auch Elternabende
zu Themen wie „Mit Kindern singen und beten”, „Mit Kindern
über den Tod reden” oder zu „Osterhase und Weihnachtsmann”
anbieten. Aus seiner langjährigen Erfahrung weiß er, dass „Kinder
religiös besonders ansprechbar” sind. Und sie sprechen ihrerseits
Themen offen und schonungslos an: „Manche Eltern geben dann Antworten, an
die sie selbst nicht glauben.” Er will Müttern und Vätern Mut machen,
ihre eigene Unsicherheit einzugestehen und den Kindern zu sagen: „Ich weiß
es selbst nicht und bin noch auf der Suche.”
Vernetzung zwischen der Kindertagesstätte und der Kirchengemeinde
findet auch auf anderer Ebene statt: Zweimal jährlich trifft sich der Beirat,
dem drei Mitglieder der Christuskirchengemeinde sowie drei Mitarbeiterinnen der Inneren
Mission angehören. Sie tauschen Informationen aus, die Gemeinde gibt unter
anderem Termine wie Kindergottesdienste oder Kinderbibelwochen weiter und legt
den Gemeindebrief in der Einrichtung aus. Bei der nächsten Sitzung wird auch
der Elternbeirat mit dabei sein.
Zudem möchte Claudia Bischof mit den Kindern einmal die Kirche und die
Orgel sowie den Kindergarten am Dom-Pedro-Platz besuchen, der weiterhin in
Trägerschaft der Christuskirchengemeinde ist.
Diana Riske
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